FANDOM


SchließanlagenBearbeiten

Schließanlagen werden benötigt, wenn in einem Objekt mehr als eine Tür geschlossen werden muss. Sie bieten die Möglichkeit hierarchische Zutrittsberechtigungen zu realisieren.

DefinitionBearbeiten

Gemäß DIN 18252 ist eine Schließanlage eine Kombination von Schließzylindern und zugehörigen Schlüsseln unterschiedlicher Schließungen und/oder unterschiedlicher Schlüsselprofilen, die miteinander im Bezug stehen. Neben der konventionellen Schließanlage mit klassischen Schlüsseln gibt es elektronisch gestützte Schließanlagen, wie beispielsweise mit Chipkarten oder Transpondern oder Biometrische Zugangskontrolle und RFID gestützte Schließsysteme.

ZweckBearbeiten

Schließanlagen, ob elektronisch gestützt oder mittels klassischem Zylinderschloss haben die Aufgabe, berechtigten Personen den Zutritt zum Haus/Raum zu gewähren und unberechtigten Personen den Zutritt zu diesen zu verwehren (siehe auch Zutrittsberechtigungen). Während konventionelle mechanische Schließanlagen vordergründig der Prävention von Einbruchsdelikten dienen, werden elektronisch gestützte Schließanlagen eher dann eingesetzt wenn komplexere Zutrittsberechtigungen realisiert werden müssen. Schließanlagen (egal ob mechanisch, mechatronisch oder elektronisch) dienen also in erster Linie der Gebäudesicherheit. Je nach Art der Schließanlage kann auch die Zeiterfassung, Abrechnung, Dokumentation der Zutritte, etc. über die Schließanlage erfolgen.

SchließplanBearbeiten

Ein Schließplan klärt die genau Funktionsweise einer Schließanlage und ordnet den Schließzylindern die Schlüssel zu, die diese schließen. Es handelt sich sozusagen um die Dokumentation einer Schließanlage. Außerdem ist ein Schließplan die Grundvoraussetzung für eine ordentliche Verwaltung der Schlüssel und damit auch für die Zutrittskontrolle unabdingbar. Jede Schließanlage ist speziell auf das jeweilige Objekt angepasst und Bedarf einer gründlichen Überlegung und Planung im Vorfeld. Bei großen Objekten wird meist nur noch mit Raumnummern gearbeitet, da die Raumnutzung in der Planung oftmals noch nicht festgelegt ist und es auch während der Nutzung des Gebäudes öfter zu Änderungen in der Raumnutzung kommt.

Grundtypen und AnwendungsgebietBearbeiten

Gleichschließende AnlagenBearbeiten

Bei gleichschließenden Anlagen können mehrere Schlösser mit nur einem Schlüssel betätigt werden.

Beispiel: Auto -> Alle Türen, Kofferraum und Tankdeckel können mit einem Schlüssel betätigt werden.

Zentralschlossanlagen (Z -Anlagen)Bearbeiten

Zentralschlossanlagen bestehen aus einem oder mehreren Zentralschlössern, die von allen Schlüsseln der Anlage betätigt werden können. Neben den Zentralschließungen bestehen aber auch Einzelschließungen die nur vom jeweilig zugehörigen Schlüssel betätigt werden können.

Beispiel: Mietshäuser -> Haustüre und Kellertüre sind oft mit Zentralschlössern ausgestattet und können mit allen Schlüsseln der Anlage betätigt werden. Die Wohnungstüren hingegen sind mit Einzelschließungen ausgestattet und können nur mit den jeweilig zugehörigen Schlüsseln betätigt werden.

Hauptschlüsselanlagen (HS-Anlagen)Bearbeiten

Hauptschlüsselanlagen bestehen aus einem oder mehreren übergeordneten Schlüsseln, den sogenannten Hauptschlüsseln, mit denen alle Zylinder der Anlage betätigt werden können. Die Einzelschlüssel hingegen können nur die jeweiligen Zylinder schließen für die sie angefertigt wurden. Daher sind Hauptschlüsselanlagen auch hierarchisch aufgebaute Systeme.

Beispiel: Industrielle oder gewerbliche Betriebe -> Hier wird oft mit Hauptschlüsselanlagen gearbeitet, da beispielsweise Geschäftsführer oder Hausmeister einen Hauptschlüssel benötigen der alle Türen im Gebäude schließt während Mitarbeiter nur Schlüssel für ihre Bürotür bekommen.

Zentral-Hauptschlüsselanlagen (Z/HS-Anlagen)Bearbeiten

Zentral-Hauptschlüsselanlagen sind eine Kombination von Zentralschlossanlagen und Hauptschlüsselanlagen. Sie bestehen aus Einzelschlüsseln, welche alle ein Zentralschloss sowie den jeweilig zugehörigen Zylinder schließen und einem oder mehreren Hauptschlüsseln mit welchem alle Schließzylinder im Objekt betätigt werden können.

Beispiel: Hotel -> Gästeschlüssel schließen das jeweilige Zimmer und die Eingangstüre (Zentralschloss), die Hotellleitung oder beispielsweise auch Reinigungskräfte verfügen über einen Hauptschlüssel der alle Schließzylinder im Hotel schließt.

General-Hauptschlüsselanlage (GHS-Anlage)Bearbeiten

General-Hauptschlüsselanlagen sind Kombinationen von mehreren Hauptschlüssel Anlagen, denen ein oder mehrere Generalschlüssel übergeordnet werden können. Neben dem Generalschlüssel gibt es hierarchisch organisierte Hauptgruppenschlüssel, Gruppenschlüssel und Untergruppenschlüssel. Somit eignen sich GHS-Anlagen besonders für große Gebäude mit komplexen Zutrittsberechtigungen.

Beispiel: große Gebäudekomplexe -> Bürogebäude, Flughäfen etc.

Bauarten und EigenschaftenBearbeiten

Bei den Bauarten von Schließanlagen wird unterschieden zwischen der konventionellen mechanischen Schließanlage (mit Schlüssel, s. auch Grundtypen und Anwendungsgebiete) und moderneren elektronischen Systemen, wie zum Beispiel der Schließanlage mit Einsatz von Transpondern/Chipkarten oder einer Biometrische Zugangskontrolle (Finger Scan) oder RFID Anlagen.

Vor- und Nachteile elektronisch gestützter SchließanlagenBearbeiten

Der Einsatz elektronischer Schließanlagen gewinnt vor allem in Behörden und größeren Unternehmen immer mehr an Bedeutung. So lassen sich beispielsweise die gestiegenen Sicherheitsanforderungen durch elektronische Schließanlagen besser umsetzten. Mittels elektronischer Schließanlagen kann beispielsweise ein verloren gegangener Schlüssel sofort gesperrt werden uns es entstehen dadurch keinerlei Kosten wie es bei einer mechanischen Schließanlage der Fall wäre. Auch der Gewinn von Flexibilität wird immer wichtiger. Unternehmen und Behörden werden in immer kürzeren Zyklen umstrukturiert, müssen umziehen, Büros werden neu besetzt, die Büroform wird geändert, etc. Die durch diese Umstrukturierungen gestiegenen Flexibilitätsanforderungen sind nur noch mit der elektronischen Vergabe von Schließberechtigungen in einer elektronischen Schließanlage beherrschbar. Neben der Sicherheit und der Flexibilität sind die geringeren Kosten (zumindest in der Nutzung der Anlage) die wichtigsten Vorteile einer elektronischen Schließanlage. Allerdings sind Mechanik und Elektronik keine Entweder/Oder-Fragen sondern ein „Sicher-Ergänzen“. Beide Systeme haben unterschiedliche Wirkungsbereiche. Zur Prävention von Einbruchsdelikten beispielsweise dient in erster Linie die mechanische Schließanlage. Zur Zutrittskontrolle hingegen eignet sich die elektronische Schließanlage deutlich besser. Daher ist auch die Nutzungsart eines Objekts entscheidend für die Wahl der Schließanlage, wobei die Systeme sich nicht ausschließen lassen sondern nur zueinander ergänzen. Mechanische Schließanlagen erfüllen allerdings häufig nicht die heutigen Anforderungen an die Gebäudenutzung. Dazu gehören zum Beispiel die sofortige Sperrung verlorener Schlüssel, eine flexible Vergabe von Schließberechtigungen oder sich überschneidende Gruppenschließungen. Auch die Dokumentation der Zutritte kann mittels einer mechanischen Schließanlage nicht durchgeführt werden. Daher werden immer häufiger elektronische Schließanlagen ergänzend zur mechanischen Schließanlage (mechatronische Schließanlage) oder auch als eigenständige Alternative eingesetzt. Die entschiedensten Vorteile sind:

  • Kurzfristige und flexible Anpassung von Schließberechtigungen über die Umprogrammierung von elektronischen Schließungen
  • Die homogene Ausstattung von Unternehmen über alle Standorte mit einem Schließsystem
  • Sofortige Sperrung verlorener Schlüssel
  • Mögliche Anbindung an weitere Systeme wie zum Beispiel Zeiterfassung und Abrechnungssysteme
  • Etc.

Normen und RichtlinienBearbeiten

Einbruchsichere Türen und Fenster und die dafür notwendigen Anforderungen an Schlösser und Schließanlagen werden mit der europäischen DIN V EN V 1627-1630 klassifiziert. Diese europäische Norm unterscheidet Widerstandsklassen von WK1 bis WK6, in Abhängigkeit von den Werkzeugen die der erwartete Tätertyp einsetzten könnte, d.h. von Vandalismus und einfachen Hebelwerkzeugen über Sägewerkzeug, Äxte, Stemmeisen bis zu elektrischen Bohrmaschinen und leistungsfähigen Winkelschleifern. Zu jeder der sechs Widerstandsklassen werden folgende Definitionen getroffen:

  • Schließzylinder gemäß DIN 18252
  • Schutzbeschläge gemäß DIN 18257
  • Verglasungen gemäß DIN 52290
  • Sowie evtl. notwendige Prüfzertifikate

Im Bezug auf Schließanlagen ist folglich nur die DIN 18252 von Bedeutung. Diese regelt die technischen Anforderungen an Schließzylinder je nach Wiederstandklasse.

Trends und AusblickBearbeiten

Heutzutage spielen Sicherheit und Komfort sowohl bei Unternehmen als auch im privaten Bereich eine immer größere Rolle. Daher wird immer öfter auf eine Kombination zwischen der klassischen mechanischen Schließanlage und einer modernen elektronischen Schließanlage gesetzt. Solche mechatronischen Schließsysteme sind vielseitig einsetzbar und besonders sicher. Im Privatbereich verbreitet sich die mechatronische Schließanlage in Form eines Zahlenschloss / Codes verstärkt. In Frankreich ist diese Form der Schließanlage beispielsweise schon weit verbreitet. Dabei wird ein Code programmiert mit dem die Bewohner die Haustüre öffnen können. Meist wird dafür ein siebenstelliger Code verwendet um ausreichende Sicherheit zu gewährleisten. Bereits bei vier Zahlen ergeben sich 10.000 mögliche Zahlenkombinationen für einen Code – allein durch ausprobieren kann dieser Code daher kaum geknackt werden. Trotzdem besteht bei dieser Form der Zutrittssicherung die Gefahr des „Code Vergessens“ oder auch die Gefahr dass die Zahlenkombination durch Einbrecher gehackt werden könnte. In Unternehmen verbreiteten sich mechatronische Systeme mit Transponder oder Chipkarte verstärkt. In größeren Unternehmen sind diese bereits Standard, hier wird oft auch schon auf die „nächste Stufe“ in Form der Zutrittssicherung mittels Biometrische Zugangskontrolle oder RFID Systemen zurückgegriffen. Hierbei wird die Iris oder der Fingerabdruck einer Person gescannt. Dies wird aber meist nur in speziell gesicherten Bereichen, für die nur einzelne Mitarbeiter Zutritt erhalten sollen angewendet. Insgesamt lässt sich feststellen, dass der Trend (besonders bei Unternehmen) immer mehr hin zu elektronischen Lösungen geht. Diese bieten definitiv auch viele Vorteile, gerade was die Zutrittssicherheit anbelangt. Privat genutzte Objekt (z.B. Mietshäuser) und auch kleinere Unternehmen setzten aber nach wie vor auf den konventionellen Schlüssel.

QuellenBearbeiten

http://www.baunetzwissen.de/standardartikel/Sicherheitstechnik_Elektronische-Schliessanlagen-Konzepte-und-Vorteile_164878.html

http://www.ces.eu/mechanische-schliesssysteme-cescylinder/schliessanlagen/

http://www.braunschweig.ihk.de/fileadmin/v1/images/content/inhaltsbereich/02_artikelbilder/09_seminare_und_veranstaltungen/00_downloads_artikel/Archiv/01_Info_Veranstaltungen/00_Downloads/04_Seminare_und_Veranstaltung/03_M_Zimmer.pdf

http://www.baunetzwissen.de/standardartikel/Sicherheitstechnik-Mechatronische-Schliesssysteme_2316779.html

http://www.baunetzwissen.de/standardartikel/Sicherheitstechnik_Elektronische-Schliessanlagen-Kostenuebersicht_164880.html

QuicklinksBearbeiten

Sicherheit Wikia

Gebäudesicherheit

Zutrittssicherheit

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki