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DefinitionBearbeiten

Laut Duden ist die Gefahr die Möglichkeit, dass jemanden etwas zustößt, bzw. dass ein Schaden eintreten kann. Aus dieser Begründung lässt sich ableiten, dass im Gefahrenfall, die Gefahr eingetreten ist. Als Notfall kann man jede (unvorhergesehene) Situation bezeichnen, in welcher es zu einer Gefährdung für Sache, Tier und die körperliche Unversehrtheit vom Menschen kommt. Auch daraus kann ein Schaden entstehen. Aus dieser Erläuterung kann man ableiten, dass der Gefahrenfall und der Notfall eng miteinander verwandt sind. Bei der Recherche zu dieser Thematik wurde erkannt, dass beide Begriffe oftmals in einem Atemzug genannt werden. Diese Situation an sich wird vielen Menschen erst bewusst, wenn sie eintritt. Das richtige Verhalten im Gefahrenfall ist keine Aufgabe, welche aus dem Stegreif gewährleistet werden kann. Es bedarf einer ausgiebigen und umfangreichen Vorbereitung. Im ersten Schritt muss die potentielle Gefahr erkannt werden. In Folge wird diese eingeteilt. Danach erfolgt die Ableitung der richtigen Reaktion. Pläne werden erstellt. Abläufe geübt. Erst nach Abarbeiten aller Vorbereitungen ist man auf einem guten Weg, um ein sicheres Verhalten im Gefahrenfall gewährleisten zu können. Es geht bei diesem Thema um weit mehr, als um den Anruf bei einer Notfallnummer. Nur eine strukturierte Aufarbeitung und die Mitarbeit jedes Betroffenen kann zu erfolgreichem Verhalten im Schadenfall führen. [1]

GefährdungsbeurteilungBearbeiten

Bei der Gefährdungsbeurteilung ist ein Prozess. Darin enthalten sind die sowohl die Ermittlung als auch die Bewertung der Gefährdung. Eine Beurteilung kann dabei nach normativen Kriterien (im Rahmen von Vorschriften und Regelwerken) als auch nach subjektiven Kriterien erfolgen. Bewertet wird hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit eines potentiell möglichen Gesundheitsschadens sowie dessen möglichen Schwere durch Risikoabschätzung und Risikobewertung. Die Gefährdungsbeurteilung an sich ist dabei für ein abgegrenztes Arbeitssystem/einen abgegrenzten Arbeitsbereich zu erstellen und soll alle Gruppen von Gefährdungsfaktoren beinhalten. Gefährdungsfaktoren können dabei physikalische, chemische, biologische, physische und psychische Faktoren einbeziehen. Der Arbeitsplatz wird evaluiert. Die Summe der Evaluierungen führt zur Beurteilung der Arbeitsbedingungen. Gleichzeitig dient die Evaluierung des Arbeitsplatzes zur Bestimmung von Schwerpunkten zur zielorientierten Steuerung gegenwärtiger und zukünftiger Aktivitäten mit dem Ziel der Verbesserung des Arbeitsschutzes. Auch dienen diese als Kontrollinstrument für die Wirksamkeit von Arbeitsschutzaktivitäten. [2]

GefährdungsermittlungBearbeiten

In Summe handelt es sich bei der Gefährdungsermittlung um eine systematische Analyse mit dem Ziel Gefahren, die dazugehörigen Gefahrenquellen, sowie die Bedingungen unter welchen diese entstehen, zu erkennen und zu analysieren. Der Prozess ist dabei analytischer Art. Die Gefährdung soll zum Einen aufgedeckt und zum Anderen deren Ursachen erkannt werden. Man spricht dabei von einem Quellen- und Bedingungsgefüge. Ziel der Gefährdungsermittlung ist es die Gefahr zu analysieren, jedoch ohne dabei eine Bewertung oder Beurteilung vorzunehmen. Die Gefährdungsermittlung dient ausschließlich als Voraussetzung für eine nachfolgende Gefährdungsbeurteilung.

GefahrenquelleBearbeiten

Bei einer Gefahrenquelle handelt es sich um einen permanent vorhandenen Zustand, der auf Grund seiner Art (Eigenschaft) im Zusammenwirken mit bestimmten Bedingungen zur potentiellen Quelle eines möglichen Schadens werden kann. Ein vorherrschendes Schadenspotential ergibt sich dabei aus den gegebenen Schadensbedingungen und ist dabei nicht abhängig vom jeweiligen Risiko. Dabei sei festzuhalten, dass die Gefahrenquelle an sich ein Zustand ist bzw. als solcher bezeichnet wird, welcher logisch und zeitlich vor dem räumlich-zeitlichen Zusammentreffen mit dem Menschen liegt. Dieser Zustand ermöglicht in Folge erst die jeweilige Gefährdung. Repräsentativ sei dies am Beispiel des Schneidens mit einer Nassschneidemaschine erklärt. Dabei ist nicht der Vorgang des Schneidens als die Gefahrenquelle anzusehen. Bei diesem Vorgang handelt es sich bereits um das räumlich-zeitliche Zusammentreffen von Mensch und Gefahrenquelle. Die Gefahrenquelle ist dabei die Schneidemaschine. Diese ist angeschlossen an eine Stromquelle und mit einem scharfen Schneideblatt ausgestattet.

GefährdungBearbeiten

Unter Gefährdung versteht man die potentielle Möglichkeit eines Zusammentreffens von Gefahrenquelle und Mensch. Dabei ist es nicht relevant bzw. notwendig, dass ein Schaden (Verletzung, Krankheit) ausgelöst wird.

GefährdungsfaktorBearbeiten

Der Gefährdungsfaktor an sich stellt ein Ordnungssystem dar. Dieses Ordnungssystem dient dazu um Gefährdungen, welche durch Gefahrenquellen ausgelöst werden, zu klassifizieren. Der Gefährdungsfaktor beschreibt dabei die Gefahrenquelle. Eine nähere Beschreibung erfolgt in Bezug auf mögliche Wirkungen. Einzelne Faktoren geben dabei an, worin eine mögliche Gefährdung besteht, welche im Falle eines Zusammentreffens bei räumlich-zeitlichen Kontakten von beispielsweise Mensch und Gefahrenquelle kommt. Zu berücksichtigen sei dabei auch, dass von einem Arbeitssystem aus mehrere Gefährdungsfaktoren wirken können. Greift man hierzu wiederum das bereits vorab erwähnte Arbeitssyteme „Schneiden mit der Nassschneidemaschine“ auf, können die einzelnen Gefährdungsfaktoren sowohl mechanischer (ungeschützte bewegliche Teile), als auch elektrischer (gefährliche Körperströme) sein.

Überblick GefährdungsfaktorenBearbeiten

Überblick Gefährungsfaktoren.png

Risiken und AbschätzungBearbeiten

Grenzrisiko: Das Grenzrisiko spiegelt das höchste akzeptable Risiko wieder Risiko: Beim Risiko spricht man von der Wahrscheinlickeit eines möglichen Schadens und der möglichen Schwere Restrisiko: Das Restrisiko definiert das Risiko welches verbleibt, nachdem ausreichende Sicherheitsmaßnahmen getroffen wurden. Die Risikoabschätzung beschreibt den Vorgang, welcher notwendig ist um die festgestellte Gefährdung im Hinblick auf Risiko qualitativ oder quantitativ zu beschreiben.

RisikobewertungBearbeiten

Im Zuge der Risikobewertung wird festgestellt ob das jeweilige Risiko im Rahmen des Grenzrisikos ist. (das heißt unterhalb des maximal akzeptierten Risikos) Im gleichen Zusammenhang wird festgelegt ob eine allfällige Entscheidung, getroffen unter Berücksichtigung humanitärer, sozialer, ökologischer und ökonomischer Konsequenzen, zur Beherrschung des zu bewertenden Risikos von Nöten ist. Diese Risikoanalyse bietet die Basis für die Entscheidung, ob und inwieweit ein Risiko im Rahmen des Vertretbaren ist, oder nicht.

SicherheitBearbeiten

Sicherheit wird definiert mit „Freiheit von nicht akzeptablen (unvertretbarem) Risiko“. Es wird ein Zustand bzw. eine Situation beschrieben, in welcher die Möglichkeit des Eintritts eines Schadens mit hinreichender Wahrscheinlichkeit nicht anzunehmen ist. Dabei handelt es sich um ein Merkmal der Qualität eines Zustandes oder einer Situation. Dies gilt allerdings nur, wenn dieser Begriff nicht in der Kombination mit „Sicherheits-Gesundheitsschutz“ verwendet wird.

Vorbereitung auf den GefahrenfallBearbeiten

Eintritt GefahrenfallBearbeiten

Im Grunde kann es in jedem Unternehmen, jedem öffentlichen Gebäude, Schulen, Universitäten durch Unfälle, Brände, Explosionen, Stofffreisetzungen in Luft Boden und Wasser, durch Naturereignisse (im speziellen durch extreme Wetterlagen) und durch Ausfall notwendiger betrieblicher Infrastrukturen in eine Gefahren- oder Notfallsituation geraten. Auswirkungen einer solchen Situation können vom eigenen Mitarbeiter angefangen, die Umwelt sowohl als auch die Nachbarschaft betreffen. Auch kann der eigene Betrieb erheblich in Mitleidenschaft gezogen werden. Die mit dem Schadenfall verbundenen Schäden können als Folgeschaden angefangen von der Existenz eines Standortes bis hin zu ganzen Unternehmen stören. Neben dem auftretenden materiellen Schaden kann ein solches Ereignis auch zum Vertrauensverlust im Nachbarschaftsverhältnis bis hin in der ganzen Öffentlichkeit führen. Des Weiteren können sich Schäden weit in die Zukunft ziehen, bis hin zu einer negativen Auswirkung auf Investitionen.

Notfallplanung Bearbeiten

Jedes Unternehmen ist sowohl auf Basis verschiedener gesetzlicher sowie haftungsrechtlicher Vorschriften und Regeln als auch aus unternehmerischen Prinzipien heraus aufgefordert, eine Notfallplanung zu erstellen und einzurichten. Eine detaillierte Notfallplanung baut auf einer systematischen Analyse von Gefahren auf, um daraus geeignete Maßnahmen zur Verhinderung bzw. Begrenzung möglicher Auswirkungen ableiten zu können. Gerade bei kleineren Unternehmen stehen für solche Maßnahmen oftmals nur geringe Mittel (personeller bzw. finanzieller Art) zur Verfügung. Gerade auch dieser Umstand zeigt, dass ein besonders effektiver und effizienter Einsatz derselben essentiell sein kann. Elemente der Notfallplanung Alle Entscheidungen sowie alle Handlungen hinsichtlich einer Notfallplanung unterliegen zuallererst gesetzlichen Bestimmungen und Vorgaben. Als Folgeschluss kann also die betriebliche Notfallplanung neben der resultierenden Handlungssicherheit auch die Rechtssicherheit gewährleisten. Als Empfehlung sei hierzu angemerkt, dass die Notfallplanung in allen unternehmerischen Handlungsbereichen integriert werden soll. Als fixer Bestandteil der Unternehmenspolitik integriert, kann die erfolgreiche Umsetzung umso mehr gewährleistet werden.

Regelkreis der NotfallplanungBearbeiten

Der Regelkreis der Notfallplanung besteht, unabhängig von Branche und Volumen, aus drei Elementen.

Prävention, Intervention, PostventionBearbeiten

Unter Prävention versteht man alle vorbeugende, technische, organisatorischen und personelle Maßnahmen, um eine Notfallsituation zu vermeiden. Unter Intervention versteht man alle Maßnahmen die notwendig sind, um Notfälle zu bewältigen und Schäden an Mensch, Umwelt und Unternehmen abzuhalten. Die Postvention beinhält die Aufarbeitung der Notfallsituation mit dem Ziel, Präventions- und Interventionsmaßnahmen zu verbessern.

SchutzzieleBearbeiten

Die gesetzliche Betreiberpflicht im Bezug auf die Notfallplanung verpflichtet ein Unternehmen generell Maßnahmen zu treffen, um jegliche betriebliche Notsituationen zu vermeiden. Auch sollen alle möglichen Auswirkungen im möglichst geringen Rahmen gehalten werden. Die Schutzziele sind dabei branchenunabhängig. Als oberste Priorität hat dabei der Schutz von Mensch und Umwelt. Nachgereiht sind der Schutz der eigenen betrieblichen Funktion sowie der Infrastruktur. Darüber hinaus soll wirtschaftlicher Schaden für das Unternehmen, nachteilige rechtliche Konsequenzen für den Betrieb bis hin zur Vermeidung des Akzeptanzverlustes für den Standortes abgewendet werden.

PlanungsverantwortlicherBearbeiten

Die Grundverantwortung einer Notfallplanung liegt immer beim Unternehmer selbst. Dieser kann die Aufgabe in Folge an qualifizierte Mitarbeiter übertragen bzw. sich externer Fachleute bedienen. Die Definition muss so konkret wie möglich erfolgen. Dazu gehören:

  • eine klare Festlegung der konkreten Schutzziele detaillierte Zielvorgaben
  • Festlegung der Organisation zur Erreichung der Zielvorgaben
  • Gewährleistung der benötigten personellen und finanziellen Mittel
  • das Heranziehen aller erforderlichen Ressourcen (z.B. auch externer Unterstützung)
  • Schaffung der Information, Akzeptanz und Motivation der Mitarbeiter (z.B. durch die Integration der Mitarbeiter an betrieblichen Arbeitsgruppen und somit Schaffung der betrieblichen Etablierung)
  • Einbeziehung der für den jeweiligen Standort zuständigen Behörden in die Gefahrenbewertung und Ableitung der geeigneten Maßnahmen. (z.B. AUVA, Feuerwehr, Polizei…)

Das Notfallteam Bearbeiten

Von der Entwicklung bis hin zur Abwicklung eines potentiellen Notfalls ist ein fachlich qualifiziertes Notfallteam unabdingbar. Dabei kann der Unternehmer die Leitung desselben übernehmen, oder einen qualifizierten Mitarbeiter mit der Aufgabe betrauen. Hierbei sei jedoch auch angemerkt, dass bei der Organisation sowohl im Zuge von Vertretungsregelungen Urlaubs- und Krankheitszeiten und Betriebsstillstände berücksichtigt werden müssen. Ein Notfallteam kann sich zusammensetzen aus:

  • Leitung
  • Verantwortliche bzw. Beauftragte für Immissionen, Abfall- und Gewässerschutz
  • Fachkraft für Arbeitssicherheit
  • Verantwortliche für die Koordination des Informationsaustausches (z.B. mit Feuerwehr, Polizei und den zuständigen Behörden)

Im Aufgabenbereich des Notfallteams liegen weitere Aufgaben wie:

  • Kommunikation zwischen den betroffenen Parteien (Unternehmungsleitung, Behörden..)
  • Information der Behörden im Notfall
  • Umsetzung und Prüfung der Umsetzung von behördlichen Anweisungen
  • ggf. Kommunikationsverantwortung übernehmen (Pressesprecher)
  • Kommunikation mit Betriebsrat (wenn Mitarbeiter betroffen sind) [3]

Vorbeugende Massnahmen – präventionBearbeiten

Analyse und Bewertung von GefahrenBearbeiten

Sämtliche Gefahren, welche sich auf einen Standort auswirken können, lassen sich in die folgenden Kategorien einteilen.

technische Gefahren Bearbeiten

  • durch die Freisetzung von Gefahrenstoffen in Luft, Wasser und Boden
  • Explosionen, Brände
  • Ausfall betrieblicher Infrastrukturen

verhaltensbedingte GefahrenBearbeiten

  • Unaufmerksamkeit
  • Fehlreaktionen
  • Unzureichendes Sicherheitsbewusstsein

umgebungsbedingte GefahrenBearbeiten

  • Notfälle in benachbarten Anlagen oder Gebäuden
  • Ausfall externer Dienstleistungen (z.B. Lieferverkehr, Logistik)
  • Ausfall von externen Versorgungs- (z.B. Strom, Wasser, Gas) oder Entsorgungseinrichtungen (z.B. Abwasser)
  • Lage des Standortes (z.B. Abstände zu schutzbedürftigen Nutzungen wie Wohnbebauungen oder Naturschutzgebieten)

Natürliche GefahrenBearbeiten

  • Extremwetterlagen (z.B. Hochwasser, Stürme, Dauerschneefall)
  • Erdbeben
  • Blitzschlag

Standortbezogene Bewertung allgemeinBearbeiten

Auf Basis der Erfassung aller möglichen Gefahrenszenarien soll in Folge eine standortbezogene Bewertung vorgenommen werden. Diese kann folgende Analysen umfassen:

  • Welche spezifischen Gefahren können im Betrieb auftreten?
  • Mit welcher Wahrscheinlichkeit können diese Gefahren auftreten bzw. welche Gefahren lassen sich ausschließen?
  • Welche Schwachstellen liegen vor?
  • Welche Folgeschäden (z.B. Produktions- bzw. Lieferausfall) können auftreten?
  • Sind Dominoeffekte zu berücksichtigen (z.B. umgebungsbedingte Gefahren)?
  • Die Gefahrenbewertung (siehe Beispiel im Anhang) ist einer regelmäßigen Überprüfung zu unterziehen.
  • Änderungen sind in der Notfallplanung zu berücksichtigen. Hierfür sollten gegebenenfalls auch die Bewertungen des Sachversicherers genutzt werden.[4]

Die Evaluierung des ArbeitsplatzesBearbeiten

Präventiver Arbeitsschutz setzt in Summe die Kenntnis aller möglichen Gefährdungen voraus, welche Arbeitnehmer/Innen im Zuge Ihrer Tätigkeit ausgesetzt sein können. Das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (A) sowie eine weitere Reihe anderer Gesetze verpflichten den Arbeitgeber, die für die Sicherheit des Arbeitnehmers bestehenden Gefahren zu ermitteln, zu beurteilen und auf dieser Grundlage Maßnahmen zur Gefahrenverhütung abzuleiten. Dieser umfassend zu gestaltende Prozess wird in Österreich umgangssprachlich pauschal als Evaluierung bezeichnet. Er umfasst Aufgaben, wie:

  • Erfassung aller Arbeitsplätze und Arbeitsvorgänge
  • Wartungs- und Reparaturarbeiten, Störungsbehebung
  • Not- und Rettungsmaßnahmen,
  • Berücksichtigung des Arbeitnehmers als konkrete Person (insbes. Jugendliche, Ältere, Schwangere, Invalide, Konstitution, Qualifikation).

Details über die Durchführung der EvaluierungBearbeiten

Grundsätzlich gilt. Kommt es zu Änderungen der Voraussetzungen unter welchen die „Grund-Evaluierung“ durchgeführt wurde, ist diese zu überprüfen und wenn erforderlich anzupassen. Auslöser können wie folgt sein:

  • Änderung des Verfahrens bzw. der Arbeitsstoffe
  • Eintritt eines Unfalls
  • Verdacht auf arbeitsbedingte Erkrankungen

Alle Ergebnisse der Evaluierung und die daraus resultierenden Maßnahmen zur Gefahrenverhütung sind im Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokument (SGD) festzuhalten. [5]

Erstellung des NotfallplanesBearbeiten

Der Notfallplan dokumentiert Strukturen, Maßnahmen und Mittel. Gut kann ein Notfallplan nur dann sein, wenn er kurz und in jedem Fall auch unmissverständlich ist. Wichtige Inhalte können sein:

  • Aufbau der Notfallorganisation
  • Geltungsbereich
  • Schutzziele
  • Rechtliche Vorgaben
  • Sofortmaßnahmen für mögliche Ereignisszenarien (z.B. was ist zu tun, bei der Freisetzung von Gefahrenstoffen)
  • Verhaltensregeln (z.B. Evakuierung)
  • Sammelplätze
  • Alarm- und Meldewege

Schulung und Unterweisung der MitarbeiterBearbeiten

Ist der Notfallplan erstellt, gilt es als nächsten Schritt alle Betroffenen fortlaufend zu schulen. Jeder Betroffene soll mit seinen Aufgaben betraut sein, um diese im Bedarfsfall effektiv und effizient umsetzen zu können. Zu berücksichtigen ist ebenfalls, neue Mitarbeiter zeitnah mit allen Abläufen bekannt zu machen.

Was geschieht während des Notfalls/Gefahrenfalls, was geschieht nach dem Notfall?Bearbeiten

Neben der Betrachtung aller möglichen Konsequenzen ist in jedem Fall auch der wirtschaftliche Schaden eines Notfalls/Gefahrenfalls zu betrachten. Ein Notfallplan wird dabei ideal ergänzt durch eine gezielte Ausfall- und Wiederanlaufplanung. Eine Ausfallplanung ist dabei auf die Aufrechterhaltung von Betriebsabläufen bei Störungen ausgerichtet. Hierzu ist eine detaillierte Analyse der möglichen Auswirkungen notwendig. Daraus werden im Hinblick auf eine mögliche interne Verlagerung der betroffenen Prozesse sowie Kapazitäten wiederum Maßnahmen abgeleitet. Dies führt bis hin zur Bereitstellung von Ersatzsystemen. (z.B. Aggregate) Was geschieht nach dem Notfall? Um den wirtschaftlichen Schaden in Grenzen zu halten, bedarf es einer Wiederanlaufplanung. Das Ausmaß dieser Planungen hängt naturgemäß mit der Komplexität des betroffenen Objekts zusammen.

Notfallbewältigung – InterventionBearbeiten

Der Notfallplan ist erstellt, alle Verantwortungsbereich und Aufgaben sind verteilt, Übungen sind durchgeführt. All diese Bereiche müssen im Notfall greifen. Als wichtigste Punkte sind dabei anzusehen:

  • Meldung und Alarmierung intern/extern
  • Analyse und Bewertung der Notfallsituation
  • Ableitung der vermutlichen Entwicklung
  • Festlegung der Bewältigungsmaßnahmen sowie deren Umsetzung
  • Überwachung und Kontrolle der Maßnahmenumsetzung
  • Funktionierender Informationsaustausch
  • Kommunikation der Maßnahmen intern/extern
  • Maßnahmen zur Sicherung des Notbetriebs / Wiederherstellung Normalbetrieb [6]

RettungsketteBearbeiten

Die Rettungskette soll zeigen, wie wichtig es in einem Notfall ist, dass die einzelnen Personen und Handlungen ineinandergreifen wie ein Kettenglied in das andere. Als Ersthelfer sind Sie für 3 wichtige Kettenglieder verantwortlich!

  1. Absichern - Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Situation! Sichern Sie die Unfallstelle ab und achten Sie immer auf ihre eigene Sicherheit.
  2. Notruf - Rufen Sie frühestmöglich professionelle Hilfe! Wählen Sie 144 und antworten Sie auf die Fragen, die ihnen gestellt werden.
  3. Erste Hilfe leisten - Dazu zählen alle Maßnahmen, die Sie als Ersthelfer direkt am Verletzten bzw. Erkrankten durchführen.
  4. Rettungsdienst/Notarztdienst - Das 4. Glied der Rettungskette ist der Rettungsdienst. In Österreich werden ein Großteil der Rettungs- und Krankentransporte vom Roten Kreuz durchgeführt. Je nach Notfall entsendet die Leitstelle Sanitäter und/oder Arzt zum Notfallort. Diese setzen die bereits durch den Ersthelfer erfolgte Versorgung fort und bereiten den Patienten auf den Transport ins Krankenhaus vor.
  5. Weitere Versorgung - Das letzte Kettenglied der Rettungskette ist die weitere Versorgung. Für die Bedeutung der Rettungskette ist es unerheblich, ob der „Patient“ in einer Ambulanz, in einem Krankenhaus ober beim praktischen Arzt weiter behandelt wird. Ziel der Rettungskette ist es, Verletzten oder Erkrankten eine geeignete Versorgung ohne Unterbrechung der Hilfeleistung zu gewähren.

[7]

Gesetze, Normen und RichtlinienBearbeiten

ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG, BGBl. 450/1994):

  • § 4 (Gefahrenermittlung und Maßnahmenfestlegung)
  • § 5 (Dokumentation)
  • § 7 (Grundsätze der Gefahrenverhütung)
  • § 11 (Beteiligung der Sicherheitsvertrauenspersonen)
  • § 41 (Arbeitsstoffe)
  • § 64 (Handhabung von Lasten)
  • § 65 (Lärm)
  • § 68 (Bildschirmarbeit)

Mutterschutzgesetz (MSchG, BGBl. 221/1997):

  • § 2a und § 2b (Gefahrenermittlung und Maßnahmenfestlegung)

Bundesgesetz über die Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen (KJBG, BGBl. 599/1987):

  • § 23 (Gefahrenermittlung und Maßnahmenfestlegung)
  • § 25 (Jugendlichenuntersuchungen auf Grund der Evaluierungsergebnisse)

Bildschirmarbeitsverordnung (BS-V, BGBl. II Nr.124/1998):

  • § 8 (Feststellung, ob Bildschirmarbeit)

Arbeitsmittelverordnung (AM-VO, BGBl. II Nr. 164/2000):

  • § 3 (im Anlassfall Überprüfung der vom Arbeitsmittel ausgehenden Gefahr, Maßnahmenfestlegung und Dokumentation )

Verordnung persönliche Schutzausrüstung (PSA-V, BGBL. II Nr. 77/2014):

  • §§ 4, 5 und 6 Arbeitsplatzevaluierung, Bewertung und Auswahl von Verordnung biologische Arbeitsstoffe (VbA, BGBl. II Nr. 237/1998):
  • § 3 (Evaluierung bei beabsichtigter Verwendung)
  • § 4 (Evaluierung bei unbeabsichtigter Verwendung)

Verordnung explosionsfähige Atmosphären (VEXAT, BGBl. II Nr. 309/2004):

  • § 4 (Ermittlung und Beurteilung der Explosionsgefahren)
  • § 5 (Explosionsschutzdokument)

Optische Strahlung

Für künstliche optische Strahlung: Leitfaden - vereinfachte Ermittlung und Beurteilung für Lampen und Laser (pdf-568 kB)

Tagbauarbeitenverordnung

  • § 4 Arbeiten mit besonderen Gefahren, Arbeitsfreigabe
  • § 7 Abs. 2 bis 5 – Verkehrswege
  • § 8 Ermittlung und Beurteilung von Gefahren, Festlegung von Maßnahmen
  • § 9 Tagbauzuschnittsparameter
  • § 10 Tagbauspezifische Gefahrenbereiche
  • § 12 Etagen, Arbeitsetagen
  • § 14 Einsatz von Arbeitsmitteln in tagbauspezifischen Gefahrenbereichen

Psychische Belastungen

Merkblatt Arbeitsplatzevaluierung psychischer Belastungen nach dem ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) Leitfaden der Arbeitsinspektion zur Bewertung der Evaluierung arbeitsbedingter psychischer Fehlbelastungen bei der Kontroll- und Beratungstätigkeit [8]

QuellenBearbeiten

  1. http://www.soziales.at/lexikon/notfall
  2. http://www.bgbau- medien.de/handlungshilfen_gb/daten/ga_bau/risiko/glossar.htm
  3. http://www.duesseldorf.ihk.de/.../dihk24/.../M5_Handlungshilfe_Betriebliche_Notfallplanung
  4. www.duesseldorf.ihk.de/.../dihk24/.../M5_Handlungshilfe_Betriebliche_Notfallplanung
  5. https://www.eval.at/
  6. http://www.bgbau- medien.de/handlungshilfen_gb/daten/ga_bau/risiko/glossar.htm
  7. http://www.duesseldorf.ihk.de/.../dihk24/.../M5_Handlungshilfe_Betriebliche_Notfallplanung
  8. https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=10008910

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